Vom 26. Juli bis 6. September zeigt die Kunsthalle Recklinghausen rund 50 Werke von Martin Dammann, darunter großformatige Aquarelle und Zeichnungen, Fotografien und Videos. Martin Dammann schafft „Bilder über Bilder“ und lotet dabei immer wieder das Verhältnis von medialer Berichterstattung und historischer Realität, von Fotografie, Malerei und abgebildeter Wirklichkeit aus. Ein umfassendes Archiv privater Nachlässe mit Originalfotos und Filmausschnitten aus der Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges bildet den Ausgangspunkt seines Schaffens. Das Kriegsgeschehen selbst kommt in den von ihm ausgewählten Abbildungen oft nur am Rande, mehr als inhaltlicher, denn als sichtbarer Hintergrund vor. Vielmehr sind es, etwas in der Serie der „Soldier Studies“, die privaten Augenblicke und die Freizeitaktivitäten der Soldaten am Rande der Kampfhandlungen, die seine Aufmerksamkeit erregen. Bei der Übertragung der Fotografien in die Technik der Aquarellmalerei verlieren die Fotografien einmal mehr ihre vermeintliche Eindeutigkeit. Die ästhetische Wirkung des Aquarells verklärt die belastete Wirklichkeit der Fotografie. Gesichter und Handlungen werden undeutlich und lösen sich in Leerstellen auf, Architektur und Landschaft verschwimmen zu abstrakten Farbflächen, zugleich werden unbelastete Motive durch bedeutungsgeladene Titel überlagert. „Es geht mir nicht um Vergangenheitsbewältigung, sondern um gegenwärtige Identität, das heißt um die Frage, inwieweit Vergangenheit mein Selbstverständnis in der Gegenwart beeinflusst.“ (Martin Dammann) Martin Dammann (*1965 in Friedrichshafen) studierte Malerei an der Hochschule für Künste in Bremen und an der Hochschule der Künste in Berlin. In diesem Jahr nimmt er an der Biennale di Venezia teil. Er lebt und arbeitet in Berlin. |