Aktuell

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Hl. Prophyrios von Gaza, Russland, Anfang 20. Jh.

"Ikone des Monats" Februar: Hl. Prophyrios von Gaza

 

Auf der Ikone ist der hl. Bischof Porphyrios von Gaza dargestellt, dessen Gedenktag der 26. Februar ist. An diesem Datum starb er im Jahre 421. Porphyrios lebte zuerst als Einsiedler in Ägypten und am Jordan und wurde 396 gegen seinen Willen zum Bischof von Gaza geweiht. Er ließ dort alle noch existierenden heidnischen Tempel und Götterbilder zerstören.

Auf der in akademischem Stil gemalten Ikone kniet Porphyrios vor einem geöffneten Flügelaltar mit vier Geburtsdarstellungen: von Johannes dem Täufer, der Muttergottes, Christi und des hl. Nikolaus. 

 

Hier finden Sie alle "Ikonen des Monats" zum Nachlesen

Web-TV macht Station im Ikonen-Museum

 

Der webTV-Sender RE-TV hat sich zwei Tage lang im Altstadtbezirk "Krim" umgeschaut. Da gehört natürlich ein Besuch im Ikonen-Museum mit zum Programm. Beim Interviewtermin erklärt Museumsleiterin Dr. Eva Haustein-Bartsch unter anderem, warum das bedeutendste Ikonen-Museum außerhalb der orthodoxen Länder gerade in Recklinghausen beheimatet ist und wieso das Prunkstück der Sammlung, der großformatige russische Jahreskalender, eine deutlich sichtbare Wölbung aufweist.

Wer noch weitere Details rund um das Ikonen-Museum erfahren möchte, sollte sich das viertelstündige Interview in voller Länge anschauen.

 

Zum Beitrag auf RE-TV

Drachentöter-Legende als Trickfilm

 

Die Kinder aus dem Museumsprojekt "Unsere Museen: Sehen lernen, die Welt entdecken" haben sich die Geschichte vom heiligen Georg vorgenommen und dazu einen Trickfilm erstellt. Die jungen Filmkünstler machten sich die Jubiläumsschau "Von Drachenkämpfern und anderen Helden. Kriegerheilige auf Ikonen" zunutze, wo sie gleich mehere Ikonen mit der Georgslegende antreffen konnten. Den kurzen, aber fantasievoll gestalteten Film kann man sich jetzt online anschauen.

 

Hier geht's zum Trickfilm

Geburt Christi, Russland, Anfang 20. Jh.

Das Ikonen-Museum erstrahlt in neuem Licht!

 

Pünktlich zu den Weihnachtstagen ist die Ausstellungsbeleuchtung im Ikonen-Museum fast komplett auf LEDs umgestellt. Alle Details der Ikonen sind jetzt viel deutlicher sichtbar, die Farben erstrahlen klarer und intensiver. Doch nicht nur für die Besucher bringt die neue Beleuchtung Vorteile: Die Energiekosten werden um ca. 65% sinken, und die erheblich längere Lebensdauer der Leuchtmittel bringt zusätzlich eine große Kostenersparnis. Außerdem wird die Umwelt mit weniger Müll belastet.

 

Ausstellungsraum im Ikonen-Museum damals ...
... und heute.

60 Jahre Ikonen-Museum Recklinghausen

 

In diesem Jahr feiert das Ikonen-Museums sein 60-jähriges Bestehen. 1956 erwarb die Stadt Recklinghausen zwei bedeutende Ikonensammlungen, die kurz zuvor im Rahmen einer Ausstellung in der städtischen Kunsthalle zu sehen waren. Der Ankauf gilt als die Geburtsstunde des Ikonen-Museums, welches bis heute im historischen Gebäude der ehemaligen Turmschule im Stadtzentrum von Recklinghausen beheimatet ist. Damals, zur Eröffnung, startete man mit 220 Ikonen. Heute umfasst die bedeutendste Sammlung für ostkirchliche Kunst außerhalb der orthodoxen Länder mehr als 3500 Exponate.

Der Höhepunkt im Jubiläumsjahr ist die Sonderausstellung „Von Drachenkämpfern und anderen Helden. Kriegerheilige auf Ikonen“, die ab dem 2. Oktober im Ikonen-Museum zu sehen sein wird. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog.

 

Infos zur Ausstellung "Von Drachenkämpfern und anderen Helden"

Muttergottes aus einer Deesis, Russland (Moskau), 2. Viertel 16. Jh.

Großzügige Schenkung zum 60-jährigen Jubiläum

 

Das Ikonen-Museum Recklinghausen konnte aus Anlass seines 60-jährigen Jubiläums eine großzügige Schenkung des Fördervereins des Museums, der Gesellschaft EIKON e.V., entgegen nehmen: Die Ikone „Muttergottes aus einer Deesis“ ist nahezu 500 Jahre alt und komplettiert ein Ensemble von russischen Ikonen, die bereits zum „Urbestand“ des Museums gehörten.

Es war eine große Überraschung, als ein niederländischer Ikonen-

händler vor Kurzem dem Ikonen-Museum eine schmale Ikone der Muttergottes anbot, die er auf einer Auktion erworben hatte und feststellte, dass sie zu einer kleinformatigen Deesis (einer Fürbittreihe) gehörte, von der das Ikonen-Museum bereits drei Tafeln besitzt. Bereits 1955 waren die Ikonen von Johannes dem Täufer und den Aposteln Petrus und Paulus angekauft worden. Schon vor vielen Jahren entdeckte die Kustodin des Ikonen-Museums, Dr. Eva Haustein-Bartsch, eine Ikone des thronenden „Christus Pantokrator“ in der Sammlung des Prager Nationalmuseums, die ursprünglich das Zentrum dieser Reihe bildete. Die Muttergottes und Johannes der Täufer wenden sich Christus von beiden Seiten zu, um Fürbitte für die Menschen am Jüngsten Gericht einzulegen, gefolgt von den Erzengeln Michael und Gabriel (deren Verbleib bisher unbekannt ist) und den Aposteln Petrus und Paulus. Eine solche, noch um weitere Heilige erweiterte Deesisreihe bildet mit oft meterhohen Ikonentafeln das ideelle und kompositorische Zentrum der Bilderwände (Ikonostasen) orthodoxer Kirchen. Die nur knapp 20 cm hohen Täfelchen aus dem Ikonen-Museum waren dagegen wohl für den privaten Gebrauch bestimmt.

Hl. Isaakios vom Dalmatos-Kloster, Russland (St. Petersburg), 1861
Erzengel Michael und acht Heilige, Russland (Moskau), 1900

Neuerwerbungen bereichern die Sammlung

 

Zwei jüngst erworbene Ikonen des hl. Isaakios vom Dalmatos-Kloster sowie des Erzengels Michael und acht Heiligen kann man nun auch in der Dauerausstellung des Ikonen-Museums bewundern.

 

Der hl. Isaakios vom Dalmatos-Kloster in Konstantinopel lebte im 4. Jahrhun­dert und engagierte sich gegen die Häre­sie der Arianer.  Sein Gedenktag, der 30. Mai, war der Geburtstag des russischen Zaren Peter des Großen, der ihn deshalb zum Patron der Romanov-Dynastie bestimmte und ihm zu Ehren in der 1703 gegrün­deten neuen Hauptstadt St. Peters­burg die berühmte Isaakij-Kathe­drale bauen ließ. In den oberen Ecken der Ikone sind zwei „Nebenikonen“ eingefügt: links Christus mit dem Abendmahls­kelch, rechts die „Muttergottes Unerwartete Freude“. Besonders interessant ist die lange Inschrift unten, in welcher die Abschaf­fung der Leibeigenschaft am 3. August 1861 durch die Reformen des Zaren Aleksandr II. gefeiert wird. Inschriften so dezidiert politischen Charakters sind auf Ikonen äußerst selten.

 

 

Auf der Ikone "Erzengel Michael und acht Heilige" sind in zwei Reihen acht Heilige dargestellt sowie unten in der Mitte der Erzengel Michael in Kriegerrüstung und Schwert. In der vorderen Reihe sind von links nach rechts gemalt: Gregorius der Große, Sergij von Radonež, Johannes der Täufer und Bischof Tichon von Amathus auf Zypern. In der oberen (hinteren) Reihe folgen der hl. Georg sowie die weiblichen Heiligen Alexandra, Elisabeth und Katharina die Große. Es sind die Namensheiligen und Schutzpatrone der Familie von Tichon Stepanovič Chaustov, der in einer kirchenslavischen Wid­mungs­inschrift auf der Rückseite der Ikone genannt wird: „Dem sehr verehrten Tichon Ste­panovič Chaustov von Vasilij Pavlovič Gur'janov am 20. März 1900 in Moskau."

Der in dem Malerdorf Mstera geborene Maler dieser Ikone, Vasilij P. Gur'janov (1867–1920), gehört mit I. S. Čirikov und M. I. Dikarev zu den bedeutendsten russischen Ikonenmalern des ausgehenden 19. und des frühen 20. Jahrhun­derts.

Hl. Erzbischof Feodosij von Černigov, Russland (Mstera), um 1900

Ein herausragendes Beispiel der Ikonenmalerei um 1900

 

In der Mitte unserer dritten Neuerwerbung steht der hl. Erz­­bi­schof Feodosij von Černigov (oder ukrainisch: Černihiv) in einem prächtigen Bischofsornat mit Mitra und Bischofsstab. Er wurde während der Regierungszeit des letzten russi­schen Zaren Nikolaus II. im Jahre 1896 kanonisiert und erlangte danach enorme Popularität. Geboren wurde er in den 1630er Jahren im Gouvernement von Podol'sk als Sohn eines Priesters. Er studierte im Kiever Brüder­kollegium beim dortigen Theo­­phanie-Kloster. In jener Zeit war es das Hauptzentrum der Orthodoxen im Kampf gegen die Jesuiten, welche den Katholizismus und die Union verbreiten wollten. Nach Ende seines Studiums wurde er im Höhlenkloster von Kiev zum Mönch geweiht. Nach mehreren Stationen in verschiedenen Klöstern der heutigen Ukraine wurde er 1692 in Moskau zum Erzbischof von Černigov geweiht. In seiner Amtszeit erneuerte und gründete er eine Reihe von Klöstern in seinem Sprengel und kümmerte sich besonders um die Ausbildung des Klerus. Am 6. Februar 1696 starb Feodosij und wurde in der Kathedrale der hll. Boris und Gleb in Černigov beigesetzt und genau 200 Jahre später heiliggesprochen.

Im Hintergrund ist links das Collegium von Černigov dargestellt, das ehe­mals zum dortigen Boris- und Gleb-Kloster, der Residenz der Erzbischöfe von Černigov, gehörte, in dem der hl. Feodosij bestattet wurde. Das in der zweiten Hälfte des 17. Jahr­hunderts erbaute zweistöckige Gebäu­de war ursprünglich ein Refektorium und erhielt 1700–1702 einen Glockenturm. Auf der rechten Seite ist die Verklärungskathedrale von Černigov wieder­geben, die 1036 errichtet wurde und somit die älteste Kathedrale der Kiever Rus' ist. Die beiden markanten Türme stammen jedoch größtenteils aus der Zeit von 1770 und 1799, als die Kirche nach einem Brand restauriert wurde.

Die Ikone ist ein besonders herausragendes Beispiel der Ikonenmalerei aus der Zeit um 1900 und könnte von einem der bedeutendsten Maler dieser Zeit im Malerdorf Mstera geschaffen worden sein.

Foto: G. Demming
Foto: G. Demming

Raubkunst: Ikonen-Museum half bei der Rückführung

 

Die monatlichen Begutachtungstermine im Ikonen-Museum halten so manche Überraschung bereit. Als zwei Schwestern aus Bocholt im Münsterland ihre geerbte Ikone Frau Dr. Haustein-Bartsch, der Leiterin des Ikonen-Museums, zur Prüfung vorlegten, war schnell klar: Es handelt sich um ein besonderes Stück, denn die in altrussischer Sprache verfasste  Widmung auf der Rückseite der Muttergottesikone besagte, dass diese dem russischen Großfürsten Alexej Alexandrowitsch - einem Bruder von Zar Alexander III. - am 21. Mai 1875 von der russischen Gemeinde des hl. Andreas auf dem Berg Athos in Griechenland geschenkt wurde.

Frau Dr. Haustein-Bartsch nahm Kontakt zu Prof. Wolfgang Eichwede von der Universität Bremen auf, einem Experten für Beutekunst, die während des Zweiten Weltkriegs aus Russland gestohlen wurde. Tatsächlich fand sich die Ikone auf der Verlustliste der russischen Museen. Als rechtmäßiger Besitzer ließ sich das Museum der Zarenresidenz Zarskoje Selo (Puschkin) ermitteln. Für die überraschten Schwestern stand schnell fest, dass die Muttergottesikone an den rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben werden müsse. In Zarskoje Selo war die Freude groß, die als wundertätig geltende Ikone am 26. März wieder entgegennehmen zu können. Sie soll nun im Alexanderpalast ausgestellt werden.

Osteuropa-Kolleg NRW nimmt Arbeit auf

 

Am Mittwoch, 4. November 2015, fand an der Ruhr-Universität Bochum die feierliche Eröffnung des Osteuropa-Kollegs NRW statt, zu dessen Gründungsmitgliedern auch das Ikonen-Museum zählt.

Unter Federführung der Ruhr-Universität Bochum arbeiten im neuen Kolleg etwa 20 Partner aus verschiedenen Institutionen standortübergreifend zusammen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, die Osteuropa-Forschung zu stärken, neue Lehrveranstaltungen und Ausstellungen zu initiieren und durch gemeinsame Aktivitäten ein breiteres Publikum zu erreichen.

 

Zur Webpräsenz des Osteuropa-Kollegs NRW

Foto: Th. Nowaczyk / Recklinghäuser Zeitung

Ikonenschätze beeindrucken Staatssekretär Neuendorf

 

Auf seiner Visite in Recklinghausen am 16. Oktober 2015 machte NRW-Kulturstaatssektetär Bernd Neuendorf auch im Ikonen-Museum halt und zeigte sich beeindruckt von der reichen Sammlung, die Museumsleiterin Dr. Eva Haustein-Bartsch dem Gast aus Düsseldorf persönlich näher brachte. „Ein wunderbares Museum an einem Ort, wo man es nicht unbedingt erwartet“ schwärmte Neuendorf, „eine Perle am Kulturstandort Nordrhein-Westfalen“. Das Foto zeigt Bernd Neuendorf (mi.) neben Bürgermeister Christoph Tesche (li.), Prof. Ferdinand Ullrich (2. v. li.), Direktor der Recklinghäuser Museen, und Dr. Eva Haustein-Bartsch (re.).

Foto: L. Nolte

Ikonen schmücken den neuen Kirchplatz

 

Seit Oktober 2015 sind an einer Hausfassade am neu gestalteten Kirchplatz großformatige Transparente mit Werken aus dem Ikonen-Museum und dem Museum Jerke zu sehen. Wer etwas über die Motive wissen will, kann sich über eine Infotafel, die sich an der Fassade befindet, schlau machen … oder entscheidet sich für einen Blick auf das Original, schließlich sind es ja nur wenige Schritte ins Ikonen-Museum.

Führungen und Workshops auf einen Blick

 

Das komplette Angebot an Gruppenführungen für Erwachsene, Kinder, Jugendliche und Familien sowie alle Workshops gibt es nun kompakt zusammengefasst in einer Info-Broschüre.

Der Flyer ist ab sofort im Ikonen-Museum erhältlich oder als Download verfügbar.

 

Flyer "Führungen im Ikonen-Museum Recklinghausen" pdf (617 KB)