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30. Juni bis 24. September 2017

1000 JAHRE RECKLINGHAUSEN. 1000 IKONEN

Petrus und Paulus – die Stadtpatrone von Recklinghausen

 

 

Vor tausend Jahren wurde Recklinghausen zum ersten Mal unter dem Namen Ricoldinchuson beiläufig in einer Stiftungsurkunde erwähnt, mit der 1017 Kaiser Heinrich II. einige Gehöfte nördlich und südlich der Lippe, darunter auch eine Hofstelle in unmittelbarer Nähe Recklinghausens, der Domkirche zu Paderborn übereignete. An die tausendjährige Geschichte der Stadt wird in diesem Jahr mit vielfältigen Veranstaltungen, Festen und Aktionen erinnert, die sowohl in der Altstadt als auch in den Stadtteilen stattfinden. Historiker vermuten, dass es bereits im 9. Jahrhundert eine dem Apostelfürsten Petrus, dem Schutzheiligen des Erzbistums Köln, geweihte Pfarrkirche in Recklinghausen gab. Diese erhielt ab 1247 sukzessive ihre heutige Gestalt. Reste der Siedlung aus dem Hochmittelalter, die westlich der Petruskirche lag, wurden 2013 am Kirchplatz neben dem Ikonen-Museum gefunden. Eine weitere große katholische Kirche wurde in Recklinghausen 1906 dem Apostel Paulus, dem Patron des Bistums Münster, geweiht. Ihr historistischer Architekturstil, der den Basiliken der rheinischen Spätromanik um 1200 nachempfunden ist, tritt als repräsentatives Pendant zur Propsteikirche St. Peter auf.

So generieren die historische Zugehörigkeit Recklinghausens zum Erzbistums Köln sowie der kirchenrechtliche Übertritt zum Bistum Münster ab 1821 auch die traditionelle ikonographische Konstellation der beiden Apostelfürsten.

An den Veranstaltungen zum Jubiläum „1000 Jahre Recklinghausen“ beteiligt sich das Ikonen-Museum daher mit einer kleinen Ausstellung, die diesen beiden besonderen Heiligen gewidmet ist. Petrus und Paulus werden als die bedeutendsten Apostel verehrt und sie waren die ersten, deren individuelles Aussehen festgelegt und für die in Rom ein gemeinsames Fest am 29. Juni geschaffen wurde. Petrus wird immer mit kurzem grauem oder weißem Haar und Bart und Paulus mit Stirnglatze und langem dunklem Bart wiedergegeben.

 

Die Exponate stammen vorwiegend aus der eigenen Sammlung. Einige Neuzugänge werden zum ersten Mal ausgestellt, andere Ikonen wurden kürzlich restauriert. Die bedeutendsten Werke sind eine byzantinische Miniatur des Apostels Paulus aus dem 11. Jahrhundert sowie zwei großformatige Ikonen von Petrus und Paulus, die im 15. Jahrhundert in der russischen Stadt Novgorod für Deesis-(=Fürbitt-)Reihen von Kirchenikonostasen gemalt wurden. Auf mehreren Ikonen sind die beiden Apostelfürsten gemeinsam wiedergegeben. Auf einer Darstellung tragen sie ein Kirchenmodell, womit auf ihre Bedeutung als Grundpfeiler der christlichen Kirche hingewiesen wird.

 

Ausstellungsflyer als pdf-Datei